Wirbelbruch bei Osteoporose

Das Krankheitsbild der Osteoporose ist bekannt für den Abbau der Knochensubstanz und eine reduzierte Knochenqualität. Als Folge entstehen Frakturen der Knochen sowie eine erhöhte Knochenbrüchigkeit. Besonders Wirbelkörperbrüche kommen bei Osteoporose-Patienten häufig vor. Derartige osteoporotische Wirbelkörperbrüche entstehen jedoch, entgegen vieler Annahmen, meistens nicht abrupt, sondern durch ein langsames Einsacken des Wirbelkörpers.

Wie entsteht ein Wirbeleinbruch bei Osteoporose?

Ein gesunder Wirbelknochen verfügt über eine hohe Knochendichte und weist darum eine gute Stabilität auf. Durch Osteoporose wird jedoch die Knochendichte nach und nach vermindert, wodurch die Struktur und Tragkraft des Knochengewebes nachlässt. Dies hat zur Folge, dass der Wirbelkörper spröde wird, weniger belastbar ist und leichter einbricht. Ein solcher Wirbelkörpereinbruch tritt meist ohne erkennbare Ursache auf. Oft genügt bereits die alltägliche Belastung und der Bruch entsteht beispielsweise beim Heben eines Gegenstandes.

Häufig verursachen die ersten Wirbeleinbrüche keine enormen Schmerzen oder sonstige auffällige Symptome, weshalb sie zunächst unerkannt bleiben. Dies kann allerdings fatale Folgen haben, da nach dem ersten Wirbeleinbruch das Risiko für weitere Wirbeleinbrüche um das Vier- bis Fünffache ansteigt. Mehrere osteoporotische Wirbelkörpereinbrüche führen schließlich zu einer verstärkten Krümmung der Wirbelsäule und Größenverlust. Gerade bei älteren Betroffenen ist darum häufig eine verminderte Körpergröße von mehreren Zentimetern sowie der sogenannte „Witwenbuckel“ zu beobachten.

Typische osteoporotische Wirbelkörpereinbrüche

Durch die verschiedenen Frakturen kann der Wirbelkörper unterschiedliche Formen aufweisen.

Bei einem Fischwirbel verliert der Knochen mittig an Substanz und bricht darum auch in der Mitte leichter ein.

Bei einem Keilwirbel betrifft der Wirbeleinbruch nur den nach vorne zeigenden Teil des Wirbels, sodass der vordere Wirbelbereich leichter einbricht.

Bei einem Plattwirbel oder auch Kompressionswirbel ist der komplette Wirbel zusammengesackt.

Je nach Bruchform resultieren Rückenschmerzen, bei Einengung des Wirbelkanals zusätzlich Beinschmerzen (siehe Spinalkanalstenose) (à verlinken Schwerpunktseite Spinalkanalstenose) und in seltenen Fällen schwerwiegendere neurologische Probleme.

Wirbelbruch: Therapie, Behandlung und OP

Frakturen der Wirbelkörper werden normalerweise zunächst mit konservativen Therapiemethoden behandelt. Diese sind Krankengymnastik, Schmerzmittel und stabilisierende Orthesen.

Bei frischen oder sehr schmerzhaften Frakturen können jedoch auch operative Therapiemethoden empfehlenswert sein. Je nach Bruchform und Symptomatik kann eine Kyphoplastie oder eine Vertebroplastie sinnvoll sein, mit oder ohne Dekompression des Wirbelkanals. Zur Stabilisierung werden Schrauben oder Stäbe eingesetzt, oder eine Kombination aus allem.

Ein solcher Eingriff sollte relativ früh durchgeführt werden, sodass eine Aufrichtung des Wirbels erfolgreich durchgeführt werden kann. Bei einer Wirbelbruch OP werden folgende Ziele verfolgt:

  • Die Aufrichtung des Wirbels
  • Die Reduktion von Schmerzen
  • Stabilisierung und Erhöhung der Tragfähigkeit des Wirbelkörpers

Üblicherweise ist eine solche Wirbelbruch-OP lediglich ein kleiner Eingriff und wird unter Narkose und unter Röntgen-Sichtkontrolle durchgeführt. In jedem Fall ist nach der Wirbelbruch Therapie eine Knochendichtemessung (DEXA) und ggf. eine medikamentöse Osteoporosetherapie erforderlich.

Das optimale Vorgehen und die optimale OP-Maßnahme variiert jedoch und ist von Fall zu Fall unterschiedlich. Um zu erfahren, welches Verfahren für Sie empfehlenswert ist, lassen Sie sich gerne von unseren Experten beraten. Oder informieren Sie sich direkt über unsere nicht-operativen Therapieangebote bei Osteoporose!


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