Schultereckgelenksprengung

Das Schultereckgelenk ist die Verbindung zwischen dem außenseitigen Anteil des Schlüsselbeines und dem Schulterdach. Verletzungen treten hier meist durch ein direktes Anpralltrauma auf, z.B. beim Sturz vom Fahrrad oder Motorrad, oder durch ein Anpralltrauma beim Fußball oder Rugby. Dabei kommt es zum Höhertreten des Schlüsselbeines, wenn die Bänder zwischen dem außenseitigen Anteil des Schlüsselbeines und dem Rabenschnabelfortsatzes des Schulterblattes einreißen. Je nach Ausmaß der Verletzung wird diese in verschiedene Schweregrade eingeteilt, Rockwood 1 bis 6. Zusätzlich wird die horizontale Instabilität des Schlüsselbeines beurteilt. Die Schultereckgelenksprengung wird auch AC-Gelenkluxation genannt.

Diagnostik der Schultereckgelenksprengung

Die Diagnostik erfolgt durch die Inspektion und Betasten des Schultereckgelenkes. Zusätzlich können Röntgenaufnahmen im Stehen stattfinden. In einigen Fällen führen wir auch Belastungsaufnahmen durch. Sie ermöglichen uns eine exaktere Beurteilung.

Therapie der Schultereckgelenksprengung

Bei geringgradigen Verletzungen ohne wesentliche Instabilität des außenseitigen Anteils des Schlüsselbeines, der lateralen Klavikula, reicht eine konservative Therapie mit Schonung des Armes bzw. der Schulter für sechs Wochen. Eine Ruhigstellung ist meist nicht erforderlich. Bei höhergradigen Verletzungen mit entsprechender Instabilität ist bei körperlich aktiven Patienten die Stabilisierung der lateralen Klavikula indiziert. Diese kann in arthroskopischer Technik erfolgen. Hierbei wird mittels eines Fadenankerssystems mit Titanplättchen die Verbindung zwischen der lateralen Klavikula und dem Rabenschnabelfortsatzes des Schulterblattes wieder hergestellt. Erfolgt dieser Eingriff kurzzeitig nach dem Unfallereignis, reicht es, diese Wiederherstellung so durchzuführen, denn man kann dann davon ausgehen, dass die verletzten Bänder wieder stabil vernarben. Ist der Unfall länger her, sollte eine zusätzliche Stabilisierung mit einer körpereigenen Sehne erfolgen. Auch das ist in arthroskopischer Technik möglich. In unserer Praxis führen wir diese Verfahren individuell an die Patienten angepasst durch. Der Vorteil der arthoskopischen Versorgung der AC-Gelenkluxation liegt darin, dass häufige Begleitverletzungen im Schultergelenk, wie beispielsweise Labrumeinrisse oder Einrisse der langen Bizepssehne, bei dieser Operationstechnik mit erkannt und somit gleich mitbehandelt werden können.

Nachbehandlung nach operativer Versorgung der Schultereckgelenksprengung

Nach der operativen Versorgung der AC-Gelenkluxation sollte – wie bei der konservativen Versorgung – für sechs bis acht Wochen keine Zugbelastungen am Arm durchgeführt werden und auf Heben des Armes über 60 Grad zur Seite oder nach vorne verzichtet werden. Krankengymnastik ist nur in geringem bis mittleren Umfang notwendig. Es empfiehlt sich zur Ruhigstellung des Schultergelenkes für vier Wochen ein Abduktionskissen zu verwenden.


Kontakt & Anfahrt